FRIEDENSGESPRÄCHE AN DER MONTESSORI SCHULE LANDAU

Friedensgespräche

 

 

Foto: Ingrid Müller

Vielschichtige Reflexion, Zusammenhalt und Hoffnung prägten die „Friedensgespräche“ am 16. April 2026 in der Jahrgangsstufe 12 des Fachs Ethik am Landauer Montessori-Gymnasium. Nach der Lesung poetischer und journalistischer Texte teilten und diskutierten die Schüler*innen im anschließenden Debattenspiel ihre Standpunkte und Haltungen rund um den Ukraine-Krieg.

Der Krieg gegen die Ukraine ist zwar aktuell durch den Iran-Krieg aus dem Fokus gerückt, bleibt aber für die Schüler*innen bedrohlich durch seine geografische und soziale Nähe: Manche ihrer Mitschüler*innen sind vor dem Krieg geflüchtet. Die hybride russische Kriegsführung, die unsere demokratische Wertebasis gezielt zerstören soll, verursache außerdem tiefgreifendere Schäden als zerstörte Gebäude, so ein Schüler.

Zur Wehrpflicht sind die Meinungen geteilt: Ein verpflichtendes Gesellschaftsjahr für alle jungen Erwachsenen – Männer wie Frauen – würden viele als fair und bereichernd empfinden. Einer Schülerin ist besonders wichtig, dass ihre Generation, die Wohlstand erlebt und eine so gute Bildung erhält, auch etwas zurückgibt.

Den weltweiten Kriegen und Krisen zum Trotz zeigen sich die meisten Schüler*innen hoffnungsvoll: Sie schöpfen Kraft aus schönen Dingen im Alltag, aus der Natur – und kennen doch Freund*innen, die verzweifelt sind an den nicht endenden Krisen und Kriegen seit der Corona-Pandemie.

„Wie ihr denkt und handelt als jüngere Generation, das gibt mir Hoffnung“, so ein Schulbegleiter bei der gemeinsamen Nachbesprechung. „Mir macht Hoffnung“, erwiderte eine Schülerin, „dass nicht nur die Jüngeren, sondern auch die Älteren sich für eine demokratische Zukunft engagieren.“

Die „Friedensgespräche“ sind ein zweiteiliges Dialogformat zur künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Krieg gegen die Ukraine bzw. im Nahen Osten. Das Projekt entstand unmittelbar nach Beginn des russischen Angriffskriegs mit dem Ziel, angesichts der zunehmenden gesellschaftlichen Verhärtung und Polarisierung künstlerisch-poetische Momente der Begegnung und des Austauschs zu schaffen. Seither besucht das Format wechselnde Orte und wird seit 2026 auch an Schulen durchgeführt.