FRIEDENSGESPRÄCHE AN DER IGS LANDAU
Fotos: Ulrich Roos
Nach sieben Veranstaltungen im öffentlichen Raum, an Denk- und Mahnmälern sowie in Kirchen und Kulturzentren fanden die „Friedensgespräche“ am 3. Februar 2026 erstmals an einer Schule statt. Ziel war es, gerade junge Menschen – die sich aktuell u. a. mit der Frage der Wehrpflicht beschäftigen – stärker zu erreichen.
Drei Jahre, elf Monate und 10 Tage nach Beginn des russischen Angriffskriegs holte die Lesung journalistischer und poetischer Texte gleich zu Beginn Einzelschicksale, Methoden der Kriegsführung, Folgen für die Kriegskinder, Pazifismus, die aktuelle Debatte um die Wehrpflicht, kontrastiert mit Gedichten u. a. von Rose Ausländer, inmitten den Theatersaal der Schule.
Beim anschließenden Debattenspiel beteiligten sich acht Schüler*innen. Der Rest der Gruppe und die beiden Lehrkräfte bildeten den Resonanz- und Wahrnehmungsraum um den Spielteppich. Bei Nachfragen zu ihrer Positionierung wurden verschiedene Meinungen, Bedürfnisse und Haltungen der Schüler*innen sichtbar. Für die meisten unter ihnen ist der Ukraine-Krieg weit weg von ihrem Alltag. Gleichzeitig macht der Krieg vielen Angst, weil er auch auf ein anderes NATO-Land, sogar Deutschland selbst, übergreifen könnte.
Viele Schüler*innen waren dagegen, dass deutsche Soldat*innen einen möglichen Friedensvertrag in der Ukraine absichern helfen und sprachen sich auch gegen Waffenlieferungen aus Deutschland an die Ukraine aus: Dies würde den Krieg nur verlängern. Diese Position blieb nicht unwidersprochen: Russlands Armee würde ja nicht einfach freiwillig weichen und es bedürfe der Abschreckung Putins. Einig war sich die Gruppe bei der Frage der humanitären Unterstützung für die Ukraine. Auch wurde deutlich, dass sich dieser Krieg nicht losgelöst von der politischen Weltlage diskutieren lässt und die Jugendlichen insbesondere die drastischen Veränderungen in den USA umtreiben.
Die Erfahrung an der IGS Landau zeigte: Die „Friedensgespräche“ ermöglichen den Jugendlichen, zu den Themen Krieg und Politik in Austausch zu kommen und ihre Gedanken und Gefühle dazu auszudrücken – was sonst sowohl im Unterricht als auch in ihren Gesprächen untereinander kaum Raum findet. Wir bedanken uns sehr herzlich bei den Schüler*innen und Lehrern der IGS Landau für die spannende Debatte und freuen uns schon auf weitere Friedensgespräche mit Schüler*innen im April!